Weltall und Innenwelt

Veronika Bond Weisheit aus der Wildnis Leave a Comment

Außenwelt und Innenwelt, das Universum, in dem wir leben, Bewusstsein, das in uns lebt, und wie sich das Verständnis des Bewusstseins auf das Leben auswirkt

 

“Das wahre Ziel besteht darin, uns selbst und unseren Platz im größeren Plan zu finden.”Edgar Mitchell

Ich bin kein Computer. Mein Gehirn ist keine Hardware. Meine Denkweise und Gewohnheiten sind nicht festprogrammiert in meinem Gehirn, und Wandel ist nicht schwierig.

Ich verändere mich ständig, und du tust es ebenso. Es fällt uns schwer, diese Veränderungen zu begreifen und mit ihren natürlichen Strömungen gegen den Widerstand einer Kultur anzugehen, die Menschen so behandelt, als seien wir Maschinen.

Du bist keine Maschine, nicht einmal eine hochentwickelte. Du bist ein lebendiges Wesen. Ich weiß, das sollte eigentlich selbstverständlich sein, doch nicht alle können das so sehen.

Unser Verständnis von uns selbst bestimmt, wie wir die Welt sehen und umgekehrt. Der verstorbene Edgar Mitchell hat über verschiedene Perspektiven und Konzepte des menschlichen Bewusstseins geschrieben. Seine Einsichten sind in seinem Buch enthalten: Wege ins Unerforschte: die äußere und innere Reise eines Apollo-Astronauten.

Manche Neurowissenschaftler forschen danach, wie Bewusstsein vom Gehirn erzeugt wird. Niemand weiß wie das funktioniert. Sie haben diese Theorie, denn sie glauben, Materie sei primär und Bewusstsein sei sekundär.

Andere Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Materie aus Raum und Energie besteht und dass der Raum nicht leer ist. Er ist ebenfalls mit Energie gefüllt. Diese Energie könnte dasselbe sein, was die Mystiker Bewusstsein nennen.

Für die Mystiker war das Bewusstsein schon immer die primäre Substanz – der Stoff aus dem das gesamte Universum besteht.

Edgar Mitchell war Astronaut. Er war einer der wenigen Menschen, die unsere Erde vom Weltraum aus sehen konnten, und das Erlebnis hat seine Perspektive grundlegend verändert. Den Rest seines Lebens verbrachte er mit der Erforschung des Bewusstseins, der Substanz durch die er in einem Raumschiff gereist war.

Zumal wir alle Teil des Universums sind, müssen auch wir aus demselben Stoff bestehen, denn es gibt nichts anderes. Du bist Bewusstsein. Ich bin Bewusstsein. Wir sind Bewusstsein. Wir alle bestehen aus dieser universellen Substanz.

Diese Substanz ist nicht nur für Wissenschaftler, Weltraumreisende und Mystiker interessant. Sie ist auch für dich und mich und unser Alltagsleben äußerst relevant.

Wir alle haben bestimmte Annahmen bezüglich unseres Bewusstseins. Wenn wir uns schlecht fühlen, dann denken wir womöglich: “Oh nein, mein Bewusstsein erzeugt negative Gefühle. Ich muss versuchen sie loszuwerden.”

Wenn du eine destruktive Überzeugung entdeckst, dann meinst du vielleicht, eine Umprogrammierung deines Geistes sei notwendig.

Wir versuchen unser Bewusstsein zu reparieren, als handle es sich um eine Maschine. Wir wollen ein neues Programm installieren, als sei unser Bewusstsein/ Hirn ein Computer.

Vermutlich ist es eine gute Idee, sich regelmäßige Updates über den Zustand des eigenen Bewusstseins zu verschaffen, doch die Computer Analogie ist nicht das richtige Modell.

Das menschliche Bewusstsein ist ein lebendiges Ökosystem. Es hat viele Funktionen, die wir noch nicht verstehen. Als lebender Organismus muss unser Bewusstsein natürliche Kräfte der Selbstheilung und Selbstregulierung  besitzen.

Bei der Aktualisierung unseres Bewusstseins sollten wir nicht die Rolle eines kontrollierenden Diktators spielen, der bestimmte ‘positive’ Ziele durchdrücken will, und gleichzeitig verdächtige Elemente, die zufällig als ‘negativ’ gelten, auszumerzen versucht.

Stattdessen müssen wir unser Wissen über unser eigenes Bewusstsein aktualisieren. Es gibt so viel, das wir davon lernen können. Wir sind diejenigen, die regelmäßige Updates benötigen. Unser Bewusstsein ist bereits von Natur aus mit allem ausgestattet, was es braucht, einschließlich der Fähigkeit, sich selbst auf den neuesten Stand zu bringen.

Wir müssen unsere Erkenntnisse erweitern und unser Verständnis vertiefen, um zu begreifen was in unserer persönlichen Innenwelt vor sich geht.

Wir akzeptieren bereitwillig, dass unser Bewusstsein die Fähigkeit hat, völlig selbstständig perfekt zu funktionieren, solange wir das bekommen, was wir wollen. Wir konzentrieren unsere Aufmerksamkeit gern auf unsere Träume, Wünsche und all die netten Dinge, die wir gerne erleben möchten.

Dies ist verständlich, denn viele Gurus haben gepredigt, dass der Sinn unseres Lebens darin besteht glücklich zu sein, und dass gute Dinge zu einem kommen, wenn es einem gelingt einen Tunnelblick zu entwickeln, der auf ‘positive’ Ziele fixiert ist.

Doch viele süße Träume enden in bitterem Erwachen. Dies ist eine Realität des Lebens, die sich nicht leugnen lässt.

Das Orakel von Delphi hat gesagt: Erkenne dich selbst und du wirst das Universum kennen. 3400 Jahre später sind wir immer noch nicht so weit.

Niemand weiß alles über das menschliche Bewusstsein. Wissenschaftler verstehen es noch nicht ganz. Mystiker sind nicht ständig mit dieser Wissensquelle verbunden. Astronauten haben vorübergehend tiefe Einsichten auf der Heimreise durchs Weltall.

Woher nehmen wir die Gewissheit, dass wir es kontrollieren könnten? Die Erkenntnis unseres eigenen Bewusstseins ist ein fortwährender Tanz mit höheren Mächten.

Wenn uns Dinge zustoßen die wir nicht verstehen und akzeptieren können, dann haben wir eine Gelegenheit die Türen unserer Wahrnehmung zu öffnen und einen flüchtigen Blick von dem Geheimnis zu erhaschen.

Manchmal öffnet sich eine Tür auf eine Schlüsselfrage hin, wie etwa: Was versucht mir das Universum zu sagen?

Manchmal lüftet sich der Schleier, wenn man in Stille sitzt und den staunenden Blick ins Weltall richtet…

Eine universelle Strategie oder einen Zaubertrick zur Kontrolle unseres eigenen Bewusstseins gibt es nicht – falls du danach suchen solltest.

Eines wissen wir mit Sicherheit. Das Universum und der Stoff, den wir Bewusstsein nennen, entfalten sich fortlaufend. In der unendlichen Weite des Weltalls ist noch vieles unerforscht.
Edgar Mitchell ist vergangene Woche gestorben. Zu Ehren seines Lebenswerks gebe ich das letzte Wort dem Erforscher der Außen- und Innenwelt:

“Ich denke, unsere Bemühungen sind Versuche, uns selbst und unseren Platz im Kosmos zu entdecken…. Danach suchen wir noch immer…. Selbst wenn wir über technologische und politische Themen sprechen, und über Finanzen und wie viele Billionen von Dollars wir ausgeben, das wahre Ziel besteht darin, uns selbst und unseren Platz im größeren Plan zu finden.”

(Aus einem Interview mit Edgar Mitchell aus dem Jahr 1997)

 

© Veronika Bond, 2016

Zu diesem Artikel gibt es einen e-Letter, der am selben Datum veröffentlicht und ausgesandt wird.

Wenn du unsere Freitagsbriefe in Zukunft nicht verpassen willst, melde dich jetzt an.

Anregungen für inneres Wachstum - der Freitagsbrief

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *